GOETHEANUM STUDIUM

Wochenendkursen der Naturwissenschaft

 
 

In einer Zeit, in welcher immer mehr Menschen der Wissenschaft zunehmend skeptisch gegenüberstehen und merkwürdigen, scheinbar esoterischen Verrichtungen Glauben schenken, viele andere aber sich mit halbwissenschaftlichen Modellvorstellungen über die Welt umgeben, möchten wir an einer Naturwissenschaft arbeiten, die auf einem direkten Zugang zu den Sinneserscheinungen beruht. Ein sorgfältiges Durchdenken der Phänomene und ein Einleben in ihre Gesten kann zu einem vertieften Zugang zur Natur verhelfen, wie es Goethe auf einigen Gebieten vorgemacht hat. Dabei muss das wissenschaftliche Bewusstsein, welches sich darüber Rechenschaft ablegen kann, wie ein Urteil zustande kommt, nicht aufgegeben werden. 

 

Eine solche Haltung möchten wir mit Kursteilnehmern teilen und auf verschiedenen Gebieten vorführen und üben. Liebe zur Natur und Liebe zur Wissenschaft sind die Basis für diese Arbeit.

 
 
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Elemente der Farbe in Naturbeobachtung und Experiment

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26. – 27. Oktober 2018
Matthias Rang und Laura Liska

In jedem Augenblick sind wir von Farben umgeben. Sie vermitteln uns Stimmungen, doch nehmen wir sie in den seltensten Fällen bewusst wahr. Dabei sind Farben nicht nur ein Medium in dem uns Dinge erscheinen, vielmehr sind sie selbst ein Phänomen der Natur, des menschlichen Sehens und der Physik.

Der Entdeckung der Farbe als Phänomen gehen wir in dieser Einführung in einer Reihe von Naturbeobachtungen nach, ihr genaueres Verständnis erarbeiten wir uns in anschliessenden Experimenten im Labor. In der Zusammenschau werden wir schliesslich einige «Elemente» der Farbe beschreiben können, die diese als Erscheinung konstituieren.

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Matthias Rang

Physiker, studierte in Freiburg und Berlin und war Wissenschaftler an der University of Washington in Seattle. Er trat 2007 in das Forschungsinstitut ein und hat 2015 seine Doktorarbeit über die Phänomenologie der Komplementärfarbe abgeschlossen.

Laura Liska

Naturwissenschaftlerin, Fotografin, hat auch als Informatikerin, freischaffende Grafikdesignerin und Kun̈ stlerin gearbeitet. Freie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut am Goetheanum in Dornach seit 2012. Arbeitsgebiet: Farben in der Natur auf der Grundlage Goethescher Naturwissenschaft. Aktuell: das «Falling Leaves Project» und die Publikationsvorbereitung der gesammelten Werke von Michael Wilson.

Metamorphosen der Pflanze. Goethes Philosophie des Lebendigen und die moderne Biologie

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7. – 8. Dezember 2018
Ruth Richter und Renatus Derbidge

Pflanzen laufen nicht weg. Aber sie verändern dauernd ihre Gestalt. Wir sehen immer nur einen Ausschnitt aus dem Prozess, der aus dem Samen eine blühende Pflanze macht. Goethe hat angeregt, einen «inneren Sinn» zu entwickeln. Metamorphose «sehe» ich z.B. in den Blattformen, und doch muss ich, um sie zu sehen, den Zusammenhang innerlich eigenaktiv nachbilden. Wir üben, uns zwischen den sinnlich erfassbaren Einzelwahrnehmungen zu bewegen und nachzuvollziehen, was dazwischen liegt. Dadurch gewinnen wir einen ungewohnten Zugang zur Wirklichkeit, der auch Entwicklung und Resultate der modernen Biologie neu beleuchtet.

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Ruth Richter

Ausbildung in Pflanzenmorphologie an der Naturwissenschaftlichen Sektion und in Forschungsprojekten mit Jochen Bockemühl. Seit 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Forschungsinstitut am Goetheanum. 2009-2014 Studium Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte, Philosophie an den Universitäten Bern und Basel. Seit 2015 Redaktion «Elemente der Naturwissenschaft».

 

Renatus Derbidge

Studierte Biologie, Geographie und Philosophie in Berlin, war vier Jahre Oberstufenlehrer an «Schule und Beruf»in Basel, von 2011-2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut am Goetheanum. Er ist heute freiberuflich in der goetheanistischen Forschung, als Autor und Kursgeber mit Themen der wesensgemässen Naturbetrachtung, Wahrnehmungsschulung und Goethes Erkenntnistheorie tätig.

Vom Phänomen der Elektrizität zum Verständnis moderner Technik – auf der Suche nach einem verantwortlichen Umgang

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15. – 16. Februar 2019
Matthias Rang und Johannes Kühl

Kaum eine Entdeckung oder Technologie hat im letzten Jahrhundert die Gesellschaft stärker verändert und geprägt als die Elektrizität und die auf ihr basierende Kommunikationstechnologie. Beide ermöglichen uns eine enorme Autonomie von unserer natürlichen Umgebung, führen aber auch zu unreflektierten und schädigenden Einflüssen auf diese. Niemals zuvor war es möglich mit so vielen Menschen über grosse Distanzen in Kontakt zu stehen, gleichzeitig beobachten wir aber auch ein zunehmende soziale Isolierung in unserer Gesellschaft.

In diesem Kurs werden wir grundlegende Phänomene der Elektrizität im Experiment studieren. Es zeigt sich dabei, dass das oben erwähnte «Doppelgesicht» ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen bereits als solches in ihrem Phänomenbereich entdeckt und genauer beschrieben werden kann. Insofern spiegeln sich Wesenszüge der Elektrizität in unser modernen Gesellschaft wider. Ihre genauere Kenntnis kann uns bei der Lösung der damit verbunden Herausforderungen helfen.

 

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Matthias Rang

Physiker, studierte in Freiburg und Berlin und war Wissenschaftler an der University of Washington in Seattle. Er trat 2007 in das Forschungsinstitut ein und hat 2015 seine Doktorarbeit über die Phänomenologie der Komplementärfarbe abgeschlossen.

 

Johannes Kühl

Physiker. 14 Jahre Oberstufenlehrer an der Waldorfschule Stuttgart. Seit 1996 Leiter der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum. Arbeiten über Strömungsphysik, Mechanik des menschlichen Bewegungsorganismus, über goetheanistische Optik und Farbenlehre sowie zur Physikdidaktik. 

Heilpflanzenerkenntnis: Blüten, Seelengesten und Landschaftserlebnisse

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15. – 16. März 2019
Torsten Arncken und Renatus Derbidge

Schaut man auf die Pflanzendecke, so erscheint «Frühling» zuerst einmal auch als Farberscheinung. In den Blüten ist Farbe mit Formen, und in der ganzen Pflanze mit bestimmten Gesten des Wachstums verbunden. Schlüpfen wir als Betrachter in die lebendigen Bildungen und seelischen Farbäusserungen hinein, können wir gleichsam «Krokus», «Tulpe», «Buschwindrösschen» werden, ja sie sein und von innen heraus, im Sinne Goethes, also «sinnlich-sittlich» erkunden. 

Auch jede Landschaft kann zum Bild einer inneren Seelensituation des Menschen werden. Unter diesen Gesichtspunkten werden wir Echinacea-Arten untersuchen und Landschaft und Pflanze in einen Zusammenhang mit dem Menschen bringen – etwa die verschiedener Echinacea-Arten mit unterschiedlichen Konstitutionstypen.

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Torsten Arncken

Geb. 1962 in Bremen, studierte Agrarwissenschaften in Göttingen. Während des Studiums beschäftigte er sich mit Meditation und suchte nach einer Verbindung von spiritueller Erkenntnis und naturwissenschaftlichem Denken. Dieses fand er in der Anthroposophie, die eine Brücke schlägt zwischen höchsten geistigen Erfahrungen und praktischer Tätigkeit. Seit 1996 ist er Mitarbeiter im Forschungsinstitut am Goetheanum. Er hat eine Reihe von Heilpflanzenbetrachtungen für die Weleda erarbeitet. Sein Anliegen ist es, die Qualität und Wirkung der Heilpflanzen, ausgehend von einer verstärkten Sinneswahrnehmung, zu erkennen. 

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Renatus Derbidge

Studierte Biologie, Geographie und Philosophie in Berlin, war vier Jahre Oberstufenlehrer an «Schule und Beruf» in Basel, von 2011-2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut am Goetheanum. Er ist heute freiberuflich in der goetheanistischen Forschung, als Autor und Kursgeber mit Themen der wesensgemässen Naturbetrachtung, Wahrnehmungsschulung und Goethes Erkenntnistheorie tätig. 

Blütenmorphologie und die organische Architektur des Goetheanums

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3. – 4. Mai 2019
João Felipe Ginefra Toni und Susanne Böttge

Rudolf Steiners Herausgabe der Naturwissenschaftlichen Schriften Goethes, die während seiner Zeit in Weimar erschienen, hat für die Anthroposophie von jeher eine elementare Bedeutung. Vor allem die Goethesche Morphologie entwickelte ein Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Kunst, das insbesondere in der Architektur des Goetheanums und ihrer ästhetischen Gestaltung zum Ausdruck kommt. Was ist also das Goetheanum? Kann sein Baugedanke auch in Verbindung mit der Metamorphose und Evolution der Blütenpflanzen gesehen werden? Und was kann sich daraus für uns erschliessen? Durch eine Goetheanistiche Exkursion in der Dornacher Landschaft werden wir zusammen, künstlerisch und anschaulich, dieses offenbare Geheimnis entdecken.

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João Felipe Ginefra Toni

Studium der Biologie und Erziehungswissenschaften an der São Paulo Universität in Brasilien. Master of Science in Ökologie und Pflanzenmorphologie an der Universität Basel und Royal Botanic Garden, Edinburgh. Seit 2011 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum. Arbeitsgebiete: Goetheanismus, Morphologie und Evolution der Blütenpflanzen, Geschichte, Philosophie und Unterricht der Biologie und Umweltbildung. 

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Susanne Böttge

Dipl.-Ing. Arch TU. Jahrgang 1977. Studium der Architektur, sowie Umweltschutz und Raumordnung in Dresden. Seit 2004 Architektin im Baubüro am Goetheanum, dem Architekturbüro der Administration des Goetheanum-Baues. Vorrangig Projekte zur Erhaltung und Entwicklung der Bauwerke Rudolf Steiners und durch ihn inspirierter Architekten in Dornach. Langjähriges begleitendes Interesse für Fragen der Naturwissenschaft und Technik.

Das Land wo Milch und Honig fliesst

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31. Mai – 1. Juni 2019
Johannes Wirz und Renatus Derbidge

Rudolf Steiners Herausgabe der Naturwissenschaftlichen Schriften Goethes, die während seiner Zeit in Weimar erschienen, hat für die Anthroposophie von jeher eine elementare Bedeutung. Vor allem die Goethesche Morphologie entwickelte ein Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Kunst, das insbesondere in der Architektur des Goetheanums und ihrer ästhetischen Gestaltung zum Ausdruck kommt. Was ist also das Goetheanum? Kann sein Baugedanke auch in Verbindung mit der Metamorphose und Evolution der Blütenpflanzen gesehen werden? Und was kann sich daraus für uns erschliessen? Durch eine Goetheanistiche Exkursion in der Dornacher Landschaft werden wir zusammen, künstlerisch und anschaulich, dieses offenbare Geheimnis entdecken.

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Johannes Wirz

Promovierte in molekularer Biologie und ist seit 1987 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut am Goetheanum. Neben vielen goetheanistischen Projekten sind Bienen zu seinem Arbeitsschwerpunkt geworden. Seit 2014 arbeitet er auch bei Mellifera e.V. als Vorstand und Verantwortlicher für Forschung mit.

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Renatus Derbidge

Studierte Biologie, Geographie und Philosophie in Berlin, war vier Jahre Oberstufenlehrer an «Schule und Beruf» in Basel, von 2011-2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut am Goetheanum. Er ist heute freiberuflich in der goetheanistischen Forschung, als Autor und Kursgeber mit Themen der wesensgemässen Naturbetrachtung, Wahrnehmungsschulung und Goethes Erkenntnistheorie tätig. 

Bewerbung

 
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Die Bewerbungsunterlagen fügen sich zusammen aus einem Lebenslauf, einem Passbild, dem ausgefüllten Kontaktbogen und einem Motivationsschreiben. Dieses Schreiben soll kurz Auskunft über die Beweggründe zur Wahl des Studienganges und Ihre bisherige Verbindung zur Anthroposophie geben.

Bitte beachten Sie die Checkliste, die Ihnen durch das Bewerbungsverfahren und bei den Vorbereitungen zum Studienantritt hilft.

Rahmenbedingungen

  • Die Studiengebühr beträgt CHF 1‘000.- für den gesamten Studiengang. 
  • Einzelwochenenden kosten pro Wochenende CHF 210.- 
  • Die Aufnahme erfolgt durch Abschluss der Studienvereinbarung zwischen den Studierenden und der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft.
  • Nach Abschluss der Studienvereinbarung werden die Anmeldegebühr in Höhe von CHF 50.- sowie die Studiengebühr in Rechnung gestellt.
  • Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von CHF 1050.-
  • Gute Kenntnis der deutschen Sprache sowie Volljährigkeit sind Voraussetzung.
  • Das erste Wochenende gilt als Probezeit, sowohl von Seiten der Hochschule als auch der Studierenden.
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